Dehoga / Jahresbilanz 2023: Einbußen und Kostendruck

Sören Nolte
22 Februar 2024

Das Gastgewerbe in Deutschland hat das Vor-Corona-Niveau trotz Umsatzzuwächsen im letzten Jahr noch immer nicht erreicht. Darauf weist der Dehoga-Bundesverband in der Jahresbilanz für 2023 hin.

Im Jahr 2023 setzten die Hoteliers und Gastronomen nach vorläufigen Ergebnissen real 11,3 Prozent weniger um als im letzten Jahr vor der Corona-Krise 2019 (nominal +8,8 %, Originalwerte), wie der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga Bundesverband) mit Verweis auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes mitteilt. „Damit blicken Deutschlands Gastgeber auf das vierte Verlustjahr in Folge zurück“, hebt Verbands-Präsident Guido Zöllick hervor.

Zudem sei die wirtschaftliche Lage im Gastgewerbe „extrem“ angespannt. „Die Unternehmer leiden unter Umsatzeinbußen bei weiterhin hohem Kostendruck“, sagt Zöllick und bezeichnet die Verluste im Gaststättengewerbe als überdurchschnittlich hoch. Gerade die Gastronomie sei von den seit 2022 erheblich gestiegenen Kosten bei Personal, Nahrungsmitteln und Energie stark betroffen. Die Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Januar 2024 habe die Stimmung deutlich eingetrübt und viele Betriebe würden eine wachsende Preissensibilität und Konsumzurückhaltung der Gäste spüren.

Umsatzminus gegenüber 2019

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verzeichnete die Beherbergungsbranche rund 487 Millionen Übernachtungen. Das waren 1,7 Prozent weniger als 2019. Es fehlen vor allem die Gäste aus dem Ausland. Mit 80,9 Millionen lag die Zahl hier zehn Prozent unter dem Vor-Corona-Niveau. So melden die Hotels und sonstigen Beherbergungsunternehmen Umsatzeinbußen von real 5,2 Prozent (nominal +12 %) im Jahr 2023 gegenüber 2019. Im Gaststättengewerbe beläuft sich das Umsatzminus für 2023 im Vergleich zu 2019 auf real 12,7 Prozent (nominal +9,5 %). Bei den Caterern sind die Umsätze im Jahr 2023 gegenüber 2019 um 11,3 Prozent zurückgegangen (nominal +10 %).

Verband fordert Entlastungen

Auch das Jahr 2024 begann für die Branche mit einem Umsatzminus. Laut einer aktuellen Dehoga-Umfrage lag der Umsatz im Januar nominal 10,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. „Es wird für die Betriebe immer schwerer, wirtschaftlich zu arbeiten“, berichtet Zöllick. Er ergänzt: „Die Zukunftsängste in der Branche nehmen zu. Die Aussichten sind düster.“

Mehr denn je käme es auf die Rahmenbedingungen an. „Es gilt, die Wirtschaft von Bürokratie zu entlasten. Dazu gehören eine Änderung des Arbeitszeitgesetzes und ein Abschaffen überflüssiger Dokumentations- und Berichtspflichten“, fordert der Dehoga-Präsident. Zudem bekräftigt er die zentrale Branchenforderung nach einheitlich sieben Prozent Mehrwertsteuer auf Essen: „Wir kämpfen weiter für die sieben Prozent Die Ungleichbehandlung von Essen in Restaurants und Cafés gegenüber Lieferdiensten und Essen-to-Go muss beseitigt werden.“

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